Sommer mit Pferden – Rückblick
Teil 1 – Ein Rückblick aus dem Jahr 2022
Heiße Sommer und erfrischendes Wasser gehören für mich zusammen! Und ich denke an unsere Pferde, die im Schatten dösen und sich über eine Dusche freuen – mittlerweile auch unser »Gänseblümchen«.
Schreckgespenst Wasser
In unserem ersten gemeinsamen Sommer vor vielen Jahren stand ich mit meinem »Gänseblümchen« vor einem am Boden liegenden Wasserschlauch, und sie hatte schnorchelnd ihren schnellsten! Rückwärtsgang eingelegt! Was auch immer sie vor unserer gemeinsamen Zeit erlebt haben mag, ich wusste sofort: »Okay, so nicht.«
Also habe ich mit Eimer und Schwamm angefangen, ihr vorsichtig zu zeigen: »Ich will dir nichts Böses.« Nach und nach hat sie es akzeptiert und auch gespürt, dass das kühle Nass im Sommer angenehm sein kann. Zusätzlich habe ich versucht, sie spielerisch an Wasser zu gewöhnen, wie zum Beispiel mit dem sicher den meisten Pferdemenschen bekannten »Fisch-den-Apfel-aus-dem-Wasser-Spiel«.
Jede Pfütze war schrecklich. Wenn möglich, hat sie versucht, das unheimliche Nass zu umgehen.
Ich kann mich noch erinnern, als ich mit zwei wassererprobten Pferden zu einem See geritten bin. Die zwei Begleiter sind sofort in den See gestapft, während wir das Ganze aus fünfzehn Metern Entfernung beobachtet haben.
Im Laufe der Zeit wurde es besser: Mit Beharrlichkeit und liebevoller Konsequenz, ohne zu überfordern, habe ich mit ihr gearbeitet. Dabei haben uns die »7 Spiele von Parelli« sehr geholfen. Durch das »Freundschaftsspiel« und behutsames Anfragen: »Geht noch ein wenig mehr?«, mit Entspannung als Belohnung und auch Leckerlis, war das Thema Wasser schließlich kein »Schreckgespenst« mehr.
Und mittlerweile: Duschen mit anschließendem Sandbad, in kleinen Teichen waten, durch Pfützen gehen oder hüfthohe Furten zu durchqueren sind kein Problem mehr, und ich habe das Gefühl, dass sie es genießen kann.


Aber das schönste Geschenk und der Vertrauensbeweis zum Thema Wasser waren das gemeinsame Baden in einem See. Nach nur einem ganz kurzen Zögern ist sie ins Wasser gefolgt – ein unbeschreibliches Gefühl und einer dieser ganz besonderen Momente, die ich mit unseren Pferden erleben durfte.

Die Kehrseite der heißen Jahreszeit
Die Kehrseite der heißen Jahreszeit sind die stechenden Plagegeister. Vor allem, wenn man ein Pferd hat, das allergisch auf Insektenstiche reagiert. Bei meinem »Elfenmädchen« schwellen Insektenstiche immer wieder dick an und wir hatten sich daraus entwickelnde Komplikationen, wie Phlegmone oder Abszesse.
Ein weiteres Problem sind die Stechfliegen, die mit Vorliebe im Bereich der Fesselgelenke zubeißen. Das juckt natürlich, es wird aufgekratzt, infiziert sich und nachfolgend kämpfen wir bis in den Herbst hinein mit Mauke und Raspe. (Mauke/Raspe ist eine Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge/Sprung- oder Karpalgelenke, bei der durch kleinste Verletzungen Krankheitserreger in die Haut eindringen und hartnäckige Entzündungen auslösen können, die unbehandelt bis zu Lahmheiten führen können.)
Mein »Elfenmädchen« ist zudem sehr erfinderisch, wenn es um »sich kratzen« geht … Sie steht dann da, schabt mit ihrem einen Hinterhuf am anderen Bein und setzt dabei ihr Genussgesicht auf! Sehr lustig anzusehen, wenn man nicht daran denkt, dass ein Huf nicht gerade steril ist …
Was das für mich bedeutet? Pferdebeine sauber halten, Maukekrusten lösen, offene Stellen vor weiteren Fliegenbissen zu schützen versuchen, damit sie verheilen können. Dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und ich habe bereits etliches probiert. Man kann da keine Empfehlung geben, außer sich über die vielen verschiedenen Alternativen zu informieren und das Passende für sich herauszusuchen: Jedes Pferd reagiert auf bestimmte Mittel anders. Meine Stute hat hellrosafarbene Haut, ist absolut empfindlich, sonnenbrandgefährdet und selbst bei »natürlichen« Inhaltsstoffen kann es Probleme geben.

Worauf ich sonst noch achte: getreidefreie Fütterung mit hochwertigen Inhaltsstoffen, Entgiften im Frühling und Herbst und kurweise passende Kräutergaben.
Ansonsten genießen wir den Sommer mit einer den Temperaturen angepassten ruhigen und entspannten Pferdebeschäftigung (und ausnahmsweise einem Stückchen Wassermelone) …

… und die schönen Sommerfarben.

