Pferdeträume
Meine Kurzgeschichte »Pferdeträume« in der Spendenanthologie
»Wundervolle Tiere und ihre Welten«
(enthält werbende Inhalte)
Wie und wovon Pferde träumen, das können wir Menschen nur erahnen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass in ihren Träumen andere Pferde, ihr Pferdezuhause und die weitere, ihnen bekannte Umgebung, eine Rolle spielen. Vielleicht verarbeiten sie in ihren Träumen auch Erlebnisse und Szenen aus der Vergangenheit.
Außerdem denke ich, dass Themen wie Zuneigung, Harmonie, respektvoller Umgang, Verständnis und Geborgenheit wichtig sind. Sie kennen natürlich nicht die Worte, aber das Gefühl, das diese Worte ausdrücken, das spüren sie sehr wohl.
Und vielleicht träumen sie auch von den Menschen, die ihnen genau diese Dinge entgegenbringen. So wie in meiner Geschichte die Stute, deren Träume sich am Ende verwirklichen.
Blick in meine Geschichte

»Eine kleine Pferdeherde stand auf der Wiese mit kniehohen Gräsern und Kräutern. Es war eine friedliche, harmonische Stimmung. Die Sonne schien, ein paar weiße Wolken schwebten am strahlend blauen Himmel. Bienen flogen eifrig von Blüte zu Blüte, überall brummten Hummeln und kleine Marienkäfer krabbelten an den Pflanzen entlang. Der Ruf des Rotmilans ertönte über dem Gelände des Offenstalles, und wenig später hörte man das Krächzen eines auffliegenden Graureihers, der sich kurz darauf am Ufer eines kleinen Weihers in der Nähe niederließ. Hin und wieder schnaubte eines der Pferde zufrieden. Dann hob eine der Stuten ihren Kopf und lauschte mit gespitzten Ohren dem ihr bekannten Geräusch eines heranfahrenden Autos und damit der Person, die ein unangenehmes Gefühl hervorrief. Sie verharrte einen kurzen Moment. Dann kräuselte sie ihre Nüstern, schüttelte leicht den Kopf und mit einem traurigen, in sich gekehrten Blick bewegte sie sich unauffällig Richtung Koppelende, weit weg vom Eingang des Offenstalles. Nach kurzer Zeit hörte sie, wie das Tor zum Stallbereich geöffnet und wieder geschlossen wurde.
Ein Mensch kam heran, lief strammen Schrittes zu der Stute, streifte ihr das Halfter über den Kopf und zog sie mit zum Ausgang. Auf dem Putzplatz kratzte er ihr die Hufe aus, säuberte lieblos und mit schnellen Bürstenstrichen das Fell, dann sattelte und trenste er sie auf. Die Stute hatte keine Wahl und ließ die gefühlskalte und barsche Behandlung resigniert über sich ergehen. Anschließend führte der Mensch das Pferd auf dem Reitplatz herum, widmete sich dabei allerdings seinem Handy, in das er laut sprach. Irgendwann steckte er das Handy weg, zog unsanft den Sattelgurt nach, schwang sich auf das Pferd und ritt los. Brav und ohne Widerstand versuchte die Stute alle Wünsche des Reiters auszuführen. Manchmal verstand sie jedoch nicht, was von ihr erwartet wurde, ertrug aber klaglos und stumm die oft unangenehmen »Hilfen«. Die reiterlichen »Hilfen«, die nichts anderes waren als Bestrafung, als das Zufügen von Schmerzen ...«

Weitere Informationen zur Anthologie

Wundervolle Tiere und ihre Welten
Ein einzelnes Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.
23 AutorInnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Werken einen Beitrag zur Minderung von Tierleid zu leisten und uns aus ganz persönlicher Sicht die unterschiedlichsten Tierwelten zu zeigen. Allen gemeinsam ist die Liebe zu den Tieren, die aus ihren Worten spricht.
Die Geschichten erzählen von Katzenfreundschaften, wovon Pferde träumen, und welche Beziehungen die Helden mit Fell und Federn zu ihren Menschen aufbauen können.
Herausgeberinnen: Vera Malissa & M.E. Pandura

Der Reinerlös dieser Anthologie geht zur Gänze an die Tierhilfe Süden Austria.
Erhältlich bei Amazon.
(Illustrationen erstellt mit Canva)
