
Pferdeherbst
Gedanken zum Herbst
(enthält werbende Inhalte)
Herbst ist die Jahreszeit …

… der braunroten und gelben Farbtöne, der »Erdfarben«, die Geborgenheit ausstrahlen,

… des Rückzuges, der Ruhe, der sanfteren Stimmung im Gegensatz zum hitzigen Sommer,

… in der die Tage wieder kürzer werden, es abends im Stall schon finster ist und oft Nebel aufzieht.

Es ist die Jahreszeit, in der unsere Pferde wieder ihr flauschiges Fell bekommen und man sich unter der Mähne die Hände wärmen kann.

Es ist die Zeit, in der wir das zweite Mal mit Kräutern entgiften und in der der Federstriegel wieder mehr gebraucht wird.

Es ist die Zeit, in der man seine wasserdichten warmen Schuhe aus dem Keller holt und sich ein heißes Getränk zu den Pferden einpackt.

Es ist die Zeit, in der man nach dem Stall froh ist, wenn der Kaminofen einen wieder aufwärmt und man es sich (mit einem Buch) zu Hause gemütlich machen kann.
Und – es ist die Zeit, in der die Gedanken auch dahingehen können, ob das ein oder andere verändert werden sollte. Der Herbst des Lebens, wie es so schön heißt, bedeutet ja nicht zwingend, dass man alt und gebrechlich ist. Nein, es ist eher die Zeit, in der man vielleicht bestimmte Tätigkeiten anders als früher ausführt.
Herbstgedanken über unser älteres Pferdemädchen

25 Jahre ist mein »Gänseblümchen« mittlerweile und seit 15 Jahren gehen wir unseren gemeinsamen Weg. Vieles haben wir durchgestanden: Verletzungen, seelische Wunden, die fast verheilt sind, mehrere Stallwechsel. Eigentlich sieht sie recht jung aus, nur wenn man sie gut kennt und genau beobachtet, merkt man, dass sie sich bei manchen Dingen schwerer tut. Manchmal bringt sie mich zum Schmunzeln mit ihrem »liebenswerten« Eigensinn, den sie bisweilen an den Tag legt.
Geritten wird sie nicht mehr. Dieses Thema war nie besonders wichtig für uns. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie, wohl durch eine heftige »Westernausbildung« vor unserer gemeinsamen Zeit, beim Reiten nur selten entspannt war. Natürlich habe ich mit unendlicher Geduld und sanftem Training versucht, diese »Bilder der schlechten Erfahrung« zu überschreiben, aber manches sitzt zu tief. Doch das, was sie mir letztendlich gegeben hat, ist viel wertvoller: ihr Vertrauen und ihre Zuneigung. Oft denke ich nur etwas und bevor ich es ausgedacht habe, führt sie es bereits aus. Es ist diese tiefe innige Verbindung, dass alles gesagt und geklärt ist, dass wir beieinander sein und gemeinsam fühlen können, was ich als ein großes, wertvolles Geschenk empfinde.
Dieses Jahr 2026 war geprägt von der Belastungsrehe an ihrem rechten Vorderbein im Februar. Im Anschluss daran kam der Hitzesommer, der mich über die Grenze des Belastbaren gebracht hat. Auf wochenlange Hufverbände mit der Angst, dass sie sich nicht mehr davon erholt, folgte die pflegeintensive Zeit ihrer allergischen Bronchitis mit Inhalieren und zweimal täglicher Medizinfütterung. Wir kümmern uns zu zweit um unsere Pferde und werden von lieben Menschen in unserem Stall unterstützt. Anders wäre die Pflege und Betreuung kaum machbar und darüber bin ich unglaublich dankbar.
Wenn ich ehrlich bin, kommt es mir nun im Oktober wie ein Wunder vor, dass wir dies alles überstanden haben. Dass wir wieder gemütliche Spazierrunden oder auf dem Reitplatz Boden- und Freiarbeit machen können. Oder einfach nur da zu sein und die Zeit, die wir haben, achtsam zu genießen.

Zum Schluss habe ich noch berührende Zeilen von Tina Schötz, die ich in einem Beitrag von Pferdekult auf Facebook gelesen habe.
